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Index der Texte und Essays zu T.A.

Assmann Peter, Dr.Mag. Vorwort in der Prozessdokumentation zu T.A.02895 und T.A.03095
Glaser Helmut, Mag. Essay zum geplanten Projekt T.A.Olympia (Paralympic Games)
Heintel Peter, Univ.Prof. Essay "Kunst und Zeit" für die Kunstzeitschrift "Passagen 2/98"
Himmelbauer Leopold Vorwort in der Prozessdokumentation zu T.A.02595 "Jodschwefelbad"
Hochleitner Martin, Dr.Mag. Vorwort in der Prozessdokumentation zu T.A.03195 "Kunst94 Zürich"
Locicnik Raimund, Dr.Ing. Kommentar für die Kunstzeitschrift "Passagen 5/98"
Perner Rotraud A., Dr.Prof. Vorwort in der Prozessdokumentation zu T.A.03996 "Frauenhaus"
Ramsmaier Karl, Mag. Kommentar zur T.A.05098 "Kristalltag" und zum Projekt "Opferland"
Schmid Manuela, Mag. Magisterarbeit zu "Tellaura Anachtonismos"
Steinbock Friedrich Vorwort in der Prozessdokumentation zu "T.A.0189 bis T.A.0990"
Tolar Günter Kommentar zu T.A.03796 "Aidshilfen"

 

Ein Vorwort von Mag. Dr. Martin Hochleitner
 
in der Prozessdokumentation zu T.A.03195 Minenfeld #06 - Eine Goldene Eingangsschwelle zur Kunst95 Zürich
 
Der vorliegende Katalog dokumentiert einen künstlerischen Prozess von Johannes Angerbauer auf der internationalen Kunstmesse in Zürich im Oktober 1995.
Vor dem Hintergrund der im Werk und in der Person Josef Beuys phänotypisch angelegten Erweiterung des Kunstbegriffes und der entsprechenden Konsequenzen für die Definition von Kunst, Künstlern und Werkkategorien agiert Johannes Angerbauer nun bereits seit Jahren in einem komplexen künstlerischen Bezugsfeld auf gesellschaftliche Realitäten.
Die konkrete Aktion in Zürich schliesst dabei von ihrem strukturierten Ablauf und dem speziellen Einsatz von Gold konsequent an die vorausgegangenen Prozesse an und wählt wiederum einen individuell konzipierten inhaltlichen Ansatz als Ausgangspunkt für die vom Künstler intendierte Handlung. In dieser hinterlässt jeder Mensch, der sich auf die Arbeit (mit Blattgold beschichtete Holzplatten, die wie eine Schwelle am Boden liegen) einlässt und sie begeht, Spuren, die die eigentlichen Bildinhalte (Bilder, Texte) ausschnitthaft freigeben.
Für die einzelnen Phasen des Projektes, das sich dem Rezipienten vor Ort als Intervention des Künstlers im öffentlichen Raum bzw. als begehbare Installation präsentieren, auf das zu einem späteren Zeitpunkt die einzelnen "Minenfelder" als Prozessergebnis verweisen und das schließlich in seinem Ablauf und seiner Gesamtkonzeption nur mehr durch die jeweilige Dokumentation nachvollzogen werden kann (Der Katalog ist somit selbst integrativer Bestandteil des Prozesses ! ), stellen die von Angerbauer jeweils gewählten Sinnzusammenhänge die grundlegendste Klammer dar.
Dabei behandelt Angerbauer - wie bei der Aktion in Zürich mit der Abbildung der Hand eines ehemaligen KZ-Häftlings - über gesellschaftsrelevante Problemstellungen hinaus grundsätzliche Fragen menschlicher Existenz bzw. sozialen Agierens.
Er versucht dies nicht im Sinne vordergründig-betonter Themenfelder oder gar auf einer moralisierenden Ebene, sondern bietet vielmehr mit seinen Bildinhalten Assoziationsmöglichkeiten und Impulse für eigene Reflexionen (auch das Gold auf den Minenfeldern reflektiert den "Begeher") über die soziale Wirklichkeit menschlichen Seins an.
So wie der Mensch durch sein Begehen der Schwellen die dünne Goldschicht verletzt, dadurch die eigentliche Handlung initiiert, das Bildfeld gestaltet und unbewusst zu den eigentlichen Bildinhalten vordringt, deckt Johannes Angerbauer mit seinem Prozess "Kunst" das persönliche und kollektive Bewusstsein des Menschen auf, hinterlassen seine kritische Reflexionen im Beobachter selbst Spuren.

 
Mag.Dr. Martin Hochleitner
 ist Leiter der Oberösterreichischen Landesgalerie, Linz.

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